Historisches Finish bei Schweiz – Bosnien: 5 Tore in 23 Minuten brechen alle WM-Rekorde

Schweiz Bosnien

Das Aufeinandertreffen der Nationalteams Schweiz Bosnien bei der laufenden Weltmeisterschaft endete in einem historischen Drama. Was über siebzig Minuten lang wie ein zähes und torloses Unentschieden im SoFi Stadium von Los Angeles aussah, entwickelte sich in der Schlussphase zu einem absoluten Offensivspektakel. Mit fünf Treffern in den letzten dreiundzwanzig Minuten der Partie sahen die Zuschauer in Kalifornien ein denkwürdiges Finish, das den bisherigen Turnierverlauf komplett auf den Kopf stellte. Am Ende stand ein deutlicher Sieg für das Team von Murat Yakin auf der Anzeigetafel, der die Gruppenkonstellation komplett verändert.

Nach dem eher enttäuschenden Unentschieden zum Auftakt gegen Katar stand die Schweizer Nationalmannschaft massiv unter Druck. Die Partie gegen die diszipliniert verteidigenden Osteuropäer wirkte lange Zeit wie ein Deja-Vu. Trotz deutlicher Feldüberlegenheit und viel Ballbesitz fehlte im letzten Drittel die zündende Idee. Die taktischen Umstellungen und vor allem die Einwechslungen in der siebzigsten Minute sollten sich jedoch als historischer Glücksgriff erweisen, der die Abwehrreihen der Bosnier regelrecht pulverisierte.

Der späte Torrausch bei Schweiz Bosnien bricht alle historischen Rekorde

In den Geschichtsbüchern der Weltmeisterschaft gab es selten eine Schlussphase, die von einer derartigen Effizienz und Dramatik geprägt war. Bis zur 74. Minute hielt das Defensivbollwerk der bosnischen Nationalmannschaft rund um Torhüter Nikola Vasilj stand. Mit der Einwechslung des jungen Freiburg-Talents Johan Manzambi wendete sich das Blatt jedoch schlagartig. Nur 166 Sekunden nach seiner Einwechslung brach der 20-jährige Mittelfeldspieler den Bann und hämmerte eine Volleyabnahme unhaltbar in die Maschen.

Der Treffer wirkte wie ein Katalysator für ein anschließendes Offensivfeuerwerk, das durch eine weitreichende Disziplinlosigkeit auf der Gegenseite begünstigt wurde. In der 80. Minute sah der bosnische Verteidiger Tarik Muharemović nach einem harten Einsteigen gegen Breel Embolo die rote Karte. Die Überzahl nutzte das Schweizer Team eiskalt aus. Nur vier Minuten später war es der ebenfalls eingewechselte Augsburg-Profi Rubén Vargas, der nach Vorarbeit von Embolo auf 2:0 erhöhte.

SpielminuteEreignisTorschütze / BeteiligteSpielstand
74. MinuteTor für die SchweizJohan Manzambi1:0
80. MinuteRote KarteTarik Muharemović (Bosnien)1:0
84. MinuteTor für die SchweizRubén Vargas2:0
90. MinuteTor für die SchweizJohan Manzambi3:0
93. MinuteTor für BosnienErmin Mahmić3:1
97. MinuteElfmetertor für die SchweizGranit Xhaka4:1

Als die reguläre Spielzeit ablief, überschlugen sich die Ereignisse vollends. In der 90. Minute schnürte Johan Manzambi nach feiner Vorarbeit von Vargas seinen Doppelpack und schraubte das Ergebnis auf 3:0. Trotz der Unterzahl gab sich Bosnien nicht komplett auf und kam in der dritten Minute der Nachspielzeit durch einen sehenswerten Volleytreffer von Ermin Mahmić zum Ehrentreffer. Den Schlusspunkt setzte Kapitän Granit Xhaka, der in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter nach einem Vergehen an Djibril Sow souverän zum Endstand verwandelte.

Bundesliga-Joker entscheiden das historische Duell in Los Angeles

Die enorme Qualität aus der deutschen Bundesliga gab in diesem hart umkämpften Gruppenspiel letztlich den Ausschlag. Murat Yakin bewies ein goldenes Händchen, indem er in der siebzigsten Minute mit Johan Manzambi und Rubén Vargas die entscheidenden Akteure der Schlussphase einwechselte. Manzambi, der beim SC Freiburg unter Vertrag steht und bereits in der Europa League als Nachwuchsspieler der Saison glänzte, zeigte eine außergewöhnliche Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse.

Neben seinen zwei Toren verbuchte der Youngster die meisten Schüsse auf das Tor und gewann wichtige Duelle im Offensivbereich. Auch Rubén Vargas vom FC Augsburg brachte den gewünschten Schwung über die Außenbahn. Mit seinem Treffer zum 2:0 nahm er den Bosniern endgültig den Glauben an einen Punktgewinn und glänzte zudem als Vorbereiter für den dritten Schweizer Treffer.

Angeführt wurde das Team in den chaotischen Schlussminuten einmal mehr von Granit Xhaka. Der Mittelfeldregisseur von Bayer Leverkusen behielt in der hektischen Nachspielzeit kühlen Kopf und setzte mit seinem Elfmetertor ein wichtiges Zeichen für das Torverhältnis. Durch diesen fulminanten Erfolg springt das Schweizer Nationalteam vorübergehend auf den ersten Tabellenplatz der Gruppe B und verschafft sich eine glänzende Ausgangsposition für das Erreichen der Kout-Runde. Am kommenden Mittwoch wartet in Vancouver das entscheidende Duell gegen den Co-Gastgeber Kanada, wo die Mannschaft den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen kann.

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